Datenschutz (DSGVO) vs. Startups

In den letzten 2-3 Jahren sind mir mal immer wieder Artikel über den Weg gelaufen, die sich darüber beschweren, was für dramatische Auswirkungen die DSGVO und diese furchtbar strengen Datenschutz-Fesseln in der EU auf potenzielle Startups, kleine Firmen, Freelancer haben, gerade im IT-Bereich, wo ein Umgang mit personenbezogenen Daten nahezu unausweichlich ist.

Und ja, da kann ich nur zustimmen. Die Auswirkungen sind dramatisch, und zwar völlig zurecht. Allerdings vornehmlich für jene Projekte, die mit Daten anderer Leute Geld machen wollen. Und im besten Fall - aus Sicht der "Entrepreneure" - ohne großes Mitwissen der Nutzer selbst. Die kämen ja nur auf die blöde Idee, ihre Daten gar nicht herausgeben zu wollen.

Solisten oder Teams, deren Geschäftsmodell darauf basiert, dass man möglichst viele personenbezogene Daten einsammelt und diese hintenrum zu Geld macht (indem man sie direkt verkauft oder Dienstleistungen anbietet, die auf einer Basis von persönlichen Daten fußen), verdienen aus meiner Sicht nicht das geringste Mitleid. Gibt sehr viele solcher Angebote. Besonders oft sind sie im Smartphone-Bereich zu beobachten (Fitness-, Menstruations-, Dating-, Shopping-, Buchungs- und sonstige Apps, deren Nutzung für den User meist ohne monetäre Kosten verbunden sind).

Ich sehe ein, dass Geschäftsmodelle, bei denen die personenbezogenen Daten sparsam und nur bei Notwendigkeit erhoben und hernach auch noch unter Einhaltung eines angemessenen Schutzniveaus verwaltet werden, schwieriger zu finanzieren sind. Denn ein Verkauf der personenbezogenen Daten ist in solchen Fällen nicht vorgesehen. Da muss das Geld dann durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen verdient werden. Aber es sind genau diese Anbieter oder Produkte, die man ernst und in Anspruch nehmen sollte. Alle anderen nicht.

Einziges Problem ist, dass die Nutzer von Produkten oder Dienstleistungen meistens zu faul sind, die zugehörigen AGBs oder Datenschutzbestimmungen durchzulesen, die Hinweise darauf gäben, ob es sich um seriöse, ernstzunehmende Anbieter handelt oder nicht. Und solange es faule User gibt, gibt es auch unseriöse Anbieter, die diese Faulheit maximal ausnutzen.