Facebook als News-Quelle: Total unnötig, es geht besser

Ich muss immer wieder beobachten, wie Menschen Facebook (im Folgenden auch stellvertretend für alle anderen, antisozialen Netze genannt) als primäre Informationsquelle nutzen. Diese Leute haben irgendwelche Firmen, Magazine, Marken, Zeitungen und sonstwas abonniert, und schauen sich dann halt in ihrer Timeline an, was so reinrieselt. Das führt bekanntlich zu verschiedenen Problemen. Welche das sind, habe ich schon mal rumgekeift, auch in der Wikipedia werdet ihr dazu fündig.

Und ich verstehe ja: Es ist toll und praktisch, dass alle Infos, für die man sich so interessiert, an einem Ort versammelt sind. Das spart enorm Zeit, wenn ich nicht X Quellen nacheinander abgrasen muss, möglicherweise noch quer über verschiedene Apps oder Websites verteilt.

Aber wisst ihr was? Das geht in den meisten Fällen auch OHNE Facebook. OHNE Twitter. OHNE diese ganzen realitätsverzerrenden, antisozialen Netzwerke, die euch gar nicht informieren, sondern nur aggregieren, hypnotisieren, monetarisieren wollen.

Zum Beispiel mit RSS

Warum ist die RSS-Methode cool? Weil sie ultra-komfortabel ist. Weil ihr eure Filterblase selbst unter Kontrolle habt. Weil niemand für euch entscheidet, was ihr seht und was nicht. Weil die Nachrichten, die ihr bekommt, unverfälscht sind. Weil sie eure Privatsphäre schützt. Weil sie nichts kostet. Weil sie euch Zeit zurückgibt, indem ihr viel weniger mit Infos zugeschissen werdet, die ihr euch überhaupt nicht ausgesucht habt.

Und wie geht das mit RSS?

  1. Einen Feed-Reader installieren. Gibt's für alle möglichen Plattformen - iOS, Android, Windows, Mac, Linux, BSD - you name it.
    Ich verlinke nur den Feeder (via F-Droid), den ich selbst nutze und empfehlen kann. Ansonsten müsst ihr euch selbst einen suchen, dem ihr vertraut und der eure Privatsphäre respektiert und nicht irgendeiner dritten Partei ein Protokoll eurer Lesegewohnheiten übersendet.
  2. Feeds ermitteln und abonnieren. Mit datendrama.de könnt ihr exemplarisch gleich mal testen, wie das funktioniert. Das Blorg steht nämlich auch als RSS-Feed im Volltext zur Verfügung. Ihr müsst zum Lesen also nicht mal den RSS-Reader verlassen. Einfach folgende URL als Quelle für den RSS-Feed angeben: https://www.datendrama.de
  3. Fertig. Damit habt ihr gewissermaßen ein Abo aktiviert, das periodisch die neuesten Meldungen aus diesem Blorg in den Feedreader zieht. Und wenn mein kleiner RSS-Feed bei euch funktioniert, dann auch alle anderen.

Je nachdem, für welche Reader-Software ihr euch entscheidet, hat diese noch verschiedene Optionen parat. Zum Beispiel, wie oft nach neuen Beiträgen auf den von euch ausgewählten Websites geschaut werden soll. Oder die Möglichkeit zur thematischen Gruppierung von Feeds. Oder wie mit bereits gelesenen Beiträgen umgegangen werden soll (entsprechende Markierung oder Löschung aus eurer Liste, wasauchimmer).

Wenn ihr auf den Homepages der von euch favorisierten Publikationen einfach nach RSS sucht, werdet ihr üblicherweise recht schnell fündig. Die teilen euch dann auch URLs mit, die ihr in euren RSS-Reader kippt.

Was nicht mit RSS geht

Es gibt ein paar Szenarien, in denen euch RSS nicht weiterhilft. Zum Beispiel:

Und wobei euch RSS auch nicht helfen kann: Euer News-Junkie-Syndrom in den Griff zu kriegen. Das müsst ihr schon selbst therapieren. Wer sich 1000 RSS-Feeds abonniert, kann seine Scrollzeit genauso wie in Facebook an Inhalte verschwenden, die eurer Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht würdig sind. Aber ein RSS-Reader hat weniger Ablenkungspunkte, die euch an die App binden. Ganz im Gegensatz zu Facebook, deren Geschäftsmodell der Diebstahl eurer Lebenszeit ist, gewinnt ein (guter) RSS-Reader nix dadurch, wenn ihr ihn länger benutzt.

Insgesamt ganz gute Lösung, dieses RSS, oder?